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WPML vs. Polylang: Das richtige Plugin für Ihre mehrsprachige WordPress-Site

Mehrsprachige WordPress-Websites stellen viele Betreiber vor Herausforderungen. Welches Plugin – WPML, Polylang oder TranslatePress – ist die richtige Wahl?

Mehrsprachige WordPress-Websites stellen viele Betreiber vor Herausforderungen. Welches Plugin – WPML, Polylang oder TranslatePress – ist die richtige Wahl?

Wer eine WordPress-Website in mehreren Sprachen betreiben möchte, kommt früher oder später zu einer entscheidenden Frage: Welches Plugin ist das richtige? Die r/wordpress-Community diskutiert dieses Thema regelmäßig und mit großer Leidenschaft – verständlicherweise, denn die Wahl des Übersetzungs-Plugins hat weitreichende Konsequenzen für Struktur, Performance und langfristige Wartbarkeit einer Website. Dieser Artikel gibt Ihnen einen fundierten Überblick über die drei meistgenutzten Lösungen und hilft Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihr Projekt zu treffen.

Warum mehrsprachige WordPress-Websites komplex sind

WordPress wurde ursprünglich nicht für mehrsprachige Inhalte konzipiert. Der Core bietet keine native Unterstützung für Inhaltsverwaltung in mehreren Sprachen – stattdessen wurden im Laufe der Jahre verschiedene Plugin-Ansätze entwickelt, die das Problem auf unterschiedliche Weise lösen.

Das grundsätzliche Problem: Für jede Sprache müssen Inhalte separat verwaltet, URLs korrekt strukturiert und SEO-Aspekte wie hreflang-Tags gesetzt werden. Zudem müssen Sitemaps, Weiterleitungen, Formulare und WooCommerce-Produkte (falls vorhanden) ebenfalls mehrsprachig funktionieren. Ein Übersetzungs-Plugin, das in einem einfachen Blog gut genug funktioniert, kann bei einem komplexen WooCommerce-Shop schnell an seine Grenzen stoßen.

WPML – Der Marktführer mit vollem Funktionsumfang

WPML (WordPress Multilingual Plugin) ist das meistverkaufte Übersetzungs-Plugin für WordPress. Mit über einer Million aktiver Installationen und einer mehr als 15-jährigen Entwicklungsgeschichte ist es die etablierte Wahl für Agenturen und komplexe Projekte.

Stärken von WPML:

WPML bietet die umfassendste Feature-Abdeckung aller Übersetzungs-Plugins. Es unterstützt nicht nur Seiten und Beiträge, sondern auch Custom Post Types, Taxonomien, Custom Fields, Theme-Strings und Plugin-Texte. Die WooCommerce-Integration ist ausgereift: Produktnamen, Beschreibungen, Variationen, Kategoriename und Checkout-Texte lassen sich vollständig übersetzen. Wer einen internationalen WooCommerce-Shop betreibt, ist mit WPML auf der sicheren Seite.

Besonders wertvoll ist die Kompatibilität mit nahezu allen gängigen Page Buildern und Themes. WPML hat Partnerschaften mit den Entwicklern von Elementor, Divi, Avada und anderen großen Plugins, was bedeutet, dass Kompatibilitätsprobleme schnell erkannt und behoben werden.

Schwächen von WPML:

Der entscheidende Kritikpunkt in der Community ist der Preis. WPML kostet zwischen 39 und 199 US-Dollar pro Jahr, abhängig vom gewählten Paket. Für einfache mehrsprachige Websites oder Projekte mit knappem Budget ist das eine hohe Hürde. Darüber hinaus kritisieren manche Entwickler, dass WPML die Datenbank erheblich belastet und bei sehr großen Seiten die Performance beeinträchtigen kann. Die Lernkurve ist steiler als bei Alternativen, und die Einrichtung komplexer Sprachkonfigurationen erfordert Erfahrung.

Polylang – Die kostenlose und schlanke Alternative

Polylang ist die beliebteste kostenlose Alternative zu WPML. Die Basisversion ist im WordPress Plugin-Repository verfügbar; für WooCommerce-Unterstützung und einige erweiterte Funktionen ist das kostenpflichtige Polylang Pro (ab 99 Euro/Jahr) oder das WooCommerce-Add-on erforderlich.

Stärken von Polylang:

Für Websites ohne WooCommerce und ohne sehr komplexe Custom-Field-Strukturen ist Polylang in vielen Fällen die bessere Wahl. Die kostenlose Version deckt die grundlegenden Anforderungen ab: mehrsprachige Seiten und Beiträge, eigene URLs pro Sprache, Sprachauswahl-Widget und korrekte hreflang-Ausgabe.

Die Datenbankstruktur von Polylang ist schlanker als die von WPML, was sich positiv auf die Performance auswirkt. Viele Entwickler schätzen außerdem, dass Polylang näher am WordPress-Core-Ansatz bleibt und weniger “magic” im Hintergrund betreibt. Die Einrichtung ist für Standardanforderungen intuitiver und schneller erledigt.

Schwächen von Polylang:

Bei komplexen Projekten zeigen sich die Grenzen. Die WooCommerce-Integration (über Polylang for WooCommerce) ist solide, aber nicht so ausgereift wie die WPML-Entsprechung. Manche Third-Party-Plugins sind nicht auf Polylang getestet und können Kompatibilitätsprobleme verursachen. Bei individuellen Projekten mit vielen Custom Post Types und komplexen Beziehungen zwischen Inhalten kann die Konfiguration aufwendig werden.

TranslatePress – Der Newcomer mit visuellem Editor

TranslatePress verfolgt einen anderen Ansatz: Statt Inhalte im Backend zu übersetzen, können Übersetzer direkt im Frontend der Website arbeiten – ähnlich wie beim WordPress Customizer. Der gesamte Bildschirm zeigt die Live-Ansicht der Website, und Textelemente lassen sich durch Anklicken direkt übersetzen.

Dieser visuelle Ansatz ist besonders attraktiv für Projekte, bei denen Inhaltsredakteure ohne technisches Hintergrundwissen Übersetzungen erstellen sollen. Die Lernkurve ist extrem flach. TranslatePress unterstützt zudem automatische Übersetzung via Google Translate oder DeepL – allerdings sollten automatisch übersetzte Texte immer manuell geprüft werden.

Wann ist TranslatePress die richtige Wahl?

TranslatePress eignet sich besonders für mittelgroße Websites, bei denen der Schwerpunkt auf einfacher Bedienbarkeit für Redakteure liegt. Für hochkomplexe WooCommerce-Projekte oder Websites mit vielen Custom Post Types ist die Lösung noch nicht so ausgereift wie WPML.

Welches Plugin passt zu Ihrer WordPress-Website?

Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab:

WPML ist die richtige Wahl, wenn:

  • Sie einen komplexen WooCommerce-Shop multilingual betreiben
  • Ihr Projekt viele Custom Post Types und komplexe Inhaltsbeziehungen hat
  • Sie auf maximale Plugin-Kompatibilität angewiesen sind
  • Langfristige Unterstützung und professioneller Support wichtig sind

Polylang empfiehlt sich, wenn:

  • Sie eine informationsorientierte Website ohne WooCommerce betreiben
  • Das Budget begrenzt ist und die kostenlose Version ausreicht
  • Performance besonders wichtig ist
  • Ihr Entwickler-Team mit WordPress-nahen Lösungen vertraut ist

TranslatePress ist ideal, wenn:

  • Nicht-technische Redakteure die Übersetzungsarbeit übernehmen sollen
  • Automatische Übersetzung via DeepL als Ausgangspunkt gewünscht ist
  • Das visuelle Bearbeiten im Frontend ein entscheidendes Argument ist

Technische Überlegungen: URL-Strukturen und SEO

Unabhängig vom gewählten Plugin ist die URL-Struktur eine wichtige Grundsatzentscheidung. Die gängigsten Varianten sind:

  • Unterordner: example.com/de/, example.com/en/ – empfohlen für die meisten Projekte
  • Subdomain: de.example.com, en.example.com – für sehr große Projekte oder separate Teams sinnvoll
  • Separate Domain: example.de, example.com – bei starkem Markenbezug zur Sprache

Aus SEO-Sicht ist die Unterordner-Variante in den meisten Fällen die beste Wahl: Sie profitiert von der Domain Authority der Hauptdomain, ist technisch einfacher zu verwalten und entspricht den Google-Empfehlungen für internationale Websites. Alle drei genannten Plugins unterstützen diese Struktur vollständig.

Wichtig: Stellen Sie sicher, dass korrekte hreflang-Tags gesetzt werden. Diese signalisieren Suchmaschinen, welche Sprachversion einer Seite für welche Region gedacht ist. Fehlerhafte hreflang-Implementierungen gehören zu den häufigsten technischen SEO-Problemen bei mehrsprachigen WordPress-Websites.

Fazit: Die richtige Wahl beginnt mit der richtigen Analyse

Mehrsprachige WordPress-Websites sind kein triviales Projekt. Die Wahl des falschen Plugins kann bedeuten, dass Sie später mühsam migrieren oder mit Kompatibilitätsproblemen kämpfen müssen. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Anforderungen klar zu definieren, bevor Sie sich für ein Plugin entscheiden.

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