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Elementor, Bricks oder Block Editor: Welcher Page Builder lohnt sich 2026?

Page Builder oder nativer Block Editor? Wir vergleichen Elementor, Bricks Builder und Gutenberg – und zeigen, wann welches Tool die bessere Wahl ist.

Page Builder oder nativer Block Editor? Wir vergleichen Elementor, Bricks Builder und Gutenberg – und zeigen, wann welches Tool die bessere Wahl ist.

Die Frage taucht auf r/wordpress mit schöner Regelmäßigkeit auf: Soll ich für mein neues WordPress-Projekt einen Page Builder einsetzen – und wenn ja, welchen? Elementor ist der Marktführer mit über 12 Millionen aktiven Installationen, Bricks Builder gewinnt in Entwicklerkreisen rapide an Beliebtheit, und der native Gutenberg Block Editor wird mit jeder WordPress-Version mächtiger. Wer 2026 eine neue Website aufbaut, steht vor einer echten Entscheidung – und diese Entscheidung hat langfristige Konsequenzen für Performance, Wartbarkeit und Sicherheit.

Der aktuelle Stand: Page Builder unter Druck

Die jüngsten Supply-Chain-Angriffe auf bekannte WordPress-Plugins – darunter die Gravity-Forms-Backdoor im Juli 2026 und die ShapedPlugin-Kompromittierung – haben das Bewusstsein für Plugin-Abhängigkeiten geschärft. Viele Entwickler fragen sich: Bin ich mit einem schweren Page Builder wirklich auf der sicheren Seite? Die Antwort ist nuanciert. Sicherheit hängt weniger vom Werkzeug als von Wartung, Update-Disziplin und Herkunft der Plugins ab – aber die Komplexität eines Builders beeinflusst definitiv die Angriffsfläche.

Elementor: Marktführer mit Ballast

Elementor ist das meistgenutzte WordPress-Page-Builder-Plugin der Welt. Seine Stärken sind offensichtlich: eine riesige Nutzercommunity, eine umfangreiche Template-Bibliothek und ein visueller Editor, den auch Einsteiger schnell beherrschen. Wer Websites für Kunden baut, die selbst Inhalte pflegen möchten, kommt mit Elementor schnell zum Ziel.

Die Schwächen sind ebenso bekannt. Elementor erzeugt erheblichen Code-Overhead: Viele Seiten, die mit Elementor gebaut wurden, laden deutlich langsamer als vergleichbare Block-Editor-Seiten. Die Elementor-eigene Performance-Roadmap hat zwar Verbesserungen gebracht, aber der fundamentale Unterschied zur nativen Block-Struktur bleibt bestehen. Dazu kommt die Plugin-Abhängigkeit: Wer Elementor einsetzt, ist auf dessen Update-Zyklus angewiesen – und Sicherheitslücken in einem so verbreiteten Plugin werden von Angreifern aktiv gesucht.

Elementor eignet sich für: Agenturen, die schnell viele ähnliche Websites bauen, Kunden mit wenig technischem Wissen, Landing Pages mit viel visuellem Design.

Elementor eignet sich weniger für: Performance-kritische Projekte, entwicklergetriebene Workflows, Projekte mit langem Wartungshorizont.

Bricks Builder: Der Entwicklerfavorit

Bricks Builder hat in den letzten zwei Jahren einen bemerkenswerten Aufstieg erlebt. Der Builder richtet sich explizit an Entwickler und Agenturen, die mehr Kontrolle über den generierten Code wollen. Bricks schreibt semantischeres HTML, bietet native CSS-Klassen statt Inline-Styles und lässt sich effizienter mit Custom Post Types und ACF kombinieren.

Ein entscheidender Unterschied zu Elementor: Bricks ist ein Einmal-Kauf-Modell ohne laufende Abogebühren (außer für Updates nach dem ersten Jahr). Das macht es für Agenturen mit vielen Projekten wirtschaftlich attraktiver. Außerdem ist die Performance deutlich besser – Bricks-Seiten erreichen in Core Web Vitals-Tests regelmäßig bessere Werte als vergleichbare Elementor-Seiten.

Die Lernkurve ist steiler. Kunden, die selbst im Builder arbeiten sollen, brauchen mehr Einarbeitung. Und die Community, obwohl wachsend, ist kleiner als Elementors Ökosystem – das bedeutet weniger fertige Templates und weniger Community-Support im Problemfall.

Bricks eignet sich für: Entwickler und Agenturen, die eigene Themes und Layouts bauen, Performance-orientierte Projekte, komplexe Datenstrukturen mit Custom Fields.

Bricks eignet sich weniger für: Kunden, die selbst intensiv im Builder arbeiten sollen, schnelle Template-basierte Projekte.

Gutenberg Block Editor: Der native Weg

Der eingebaute Block Editor von WordPress ist kein Kompromiss mehr – er ist eine ausgewachsene Alternative. Mit WordPress 7.x hat Gutenberg erhebliche Fortschritte gemacht: das Full Site Editing (FSE) ist stabil, der Block Bindings API ermöglicht dynamische Inhalte direkt im Core, und Responsive Styling lässt sich mittlerweile ohne ein einziges zusätzliches Plugin für verschiedene Bildschirmgrößen konfigurieren.

Der größte Vorteil des Block Editors ist die Zukunftssicherheit: Kein Plugin, keine externe Abhängigkeit, keine Lizenzen. Alles, was im Core steckt, wird automatisch mit WordPress aktualisiert. Das reduziert die Angriffsfläche erheblich und macht Langzeitwartung einfacher.

Die Grenzen liegen im visuellen Design: Wer hochgradig individuelles Layout-Design ohne Code umsetzen möchte, stößt mit dem nativen Block Editor schneller an Grenzen als mit Elementor oder Bricks. Hier helfen Block-Theme-Frameworks wie Kadence Blocks oder GenerateBlocks, die den Core sinnvoll erweitern, ohne ihn zu ersetzen.

Gutenberg eignet sich für: Blogs, Unternehmenswebsites mit standardisiertem Layout, langfristige Projekte mit Fokus auf Wartbarkeit, Performance-optimierte Websites, Entwickler, die eng mit dem WordPress-Core arbeiten.

Gutenberg eignet sich weniger für: Projekte, die sehr individuelle Pixel-perfect-Layouts ohne Entwickleraufwand brauchen, Kunden, die aus einer Elementor-Welt kommen und eine identische Erfahrung erwarten.

Die Sicherheitsperspektive: Weniger Plugins, weniger Risiko

Nach den Supply-Chain-Angriffen der letzten Wochen ist das Thema Plugin-Sicherheit in der Community omnipräsent. Aus dieser Perspektive spricht einiges für den nativen Block Editor: Je weniger externe Plugin-Abhängigkeiten eine Website hat, desto kleiner ist die potenzielle Angriffsfläche. Elementor mit Add-ons, Elementor Pro und weiteren Erweiterungen kann schnell auf ein Dutzend Abhängigkeiten kommen.

Das bedeutet nicht, dass Elementor oder Bricks unsicher sind – aber es unterstreicht, warum viele Sicherheitsexperten den “Weniger ist mehr”-Ansatz empfehlen. Wer konsequent auf den Core-Block-Editor setzt und nur geprüfte, aktiv gewartete Plugins hinzufügt, reduziert das Risiko deutlich.

Welcher Builder ist der richtige für Sie?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab:

  1. Wer pflegt die Website? Wenn ein technisch nicht versierter Kunde selbst Seiten und Abschnitte baut, punktet Elementor durch seine niedrige Hürde. Wenn eine Agentur die Kontrolle behält, sind Block Editor und Bricks die besseren Werkzeuge.

  2. Wie lange soll die Website laufen? Für Projekte mit einem Lebenszyklus von fünf Jahren oder mehr ist die Zukunftssicherheit des Block Editors ein starkes Argument. Für Kampagnenseiten, die in zwei Jahren neu gebaut werden, spielt das eine untergeordnete Rolle.

  3. Welche Performance-Anforderungen gibt es? Wer auf Core Web Vitals optimieren muss, sollte den nativen Block Editor oder Bricks bevorzugen. Elementor-Websites lassen sich zwar optimieren, aber es braucht mehr Aufwand.

Als WordPress-Experten aus Frankfurt beraten wir Unternehmen regelmäßig bei genau dieser Entscheidung. In den meisten Fällen empfehlen wir heute den Block Editor mit einem soliden Block-Theme-Framework für neue Projekte – und evaluieren Page Builder nur dann, wenn spezifische Anforderungen es rechtfertigen.

Fazit: 2026 ist der Block Editor konkurrenzfähig

Die Zeit, in der Gutenberg als “nicht bereit für die Produktion” galt, ist vorbei. Für viele Projekttypen ist der native Block Editor inzwischen die beste Wahl: wartungsarm, performant und sicher. Elementor behält seinen Platz für bestimmte Anwendungsfälle, und Bricks Builder hat sich als ernsthafte Alternative für entwicklergetriebene Projekte etabliert.

Die wichtigste Frage ist nicht “Welcher Builder ist der beste?”, sondern “Welcher Builder passt am besten zu diesem konkreten Projekt, diesem Kunden und diesem Wartungsmodell?” Wer diese Frage strukturiert beantwortet, trifft die richtige Wahl.

Quellen

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