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Der Classic Block bleibt: WordPress Community erzwingt Kehrtwende

WordPress plante, den Classic Block aus dem Inserter zu entfernen – bis die Community klar widersprach. Was das für Ihre Website und WordPress 7.1 bedeutet.

WordPress plante, den Classic Block aus dem Inserter zu entfernen – bis die Community klar widersprach. Was das für Ihre Website und WordPress 7.1 bedeutet.

Die WordPress-Community hat erneut bewiesen, dass sie eine wichtige Stimme in der Weiterentwicklung der Plattform ist: Der geplante Schritt, den Classic Block aus dem Block-Inserter zu entfernen, wurde nach massivem Feedback zurückgenommen. Was zunächst wie ein technischer Detailbeschluss wirkte, entpuppte sich als eine der meistdiskutierten Entscheidungen im Vorfeld von WordPress 7.1 – und zeigt, wie das Open-Source-Projekt auf seine Nutzerinnen und Nutzer hört.

Was war geplant?

Im Frühjahr 2026 kündigten WordPress-Core-Entwicklerinnen und -Entwickler an, dass der Classic Block in WordPress 7.1 aus dem Block-Inserter ausgeblendet werden sollte. Der Classic Block ist das Element, das es ermöglicht, den alten TinyMCE-Editor (den „klassischen” Editor) innerhalb des modernen Gutenberg-Block-Editors zu verwenden. Er ist besonders bei Websites beliebt, die noch auf Legacy-Inhalte oder ältere Shortcodes angewiesen sind.

Die Begründung war nachvollziehbar: Das WordPress-Team möchte die Migration zu vollständig blockbasierten Inhalten vorantreiben. Ein Classic Block, der weiterhin prominent im Inserter erscheint, könnte Nutzerinnen und Nutzer davon abhalten, den Wechsel zu vollständig blockbasierten Themes und Workflows zu vollziehen.

Begleitend war das Plugin „Enable Classic Block” geplant – ein kleines Plugin, das den Classic Block wieder in den Inserter zurückbringen sollte, für diejenigen, die ihn weiterhin benötigen.

Warum die Community widersprach

Die Reaktion auf diese Ankündigung war eindeutig: Viele WordPress-Nutzerinnen und -Nutzer, Agenturen und Entwicklerinnen und Entwickler sahen die Entscheidung kritisch. Das zentrale Argument lautete: Das erzwungene Entfernen des Classic Blocks aus dem Inserter macht die User Experience für viele schlechter – ohne dass dies wirklich zur Erreichung des eigentlichen Ziels beiträgt.

Besonders für Bestandswebsites, die über Jahre mit dem Classic Block gewachsenen Inhalte haben, wäre ein plötzliches Ausblenden des Elements eine unnötige Hürde gewesen. Agenturen, die Kundensites betreuen, hätten erklären müssen, warum vertraute Funktionen plötzlich nicht mehr auffindbar sind. Der erhoffte Migrationsanreiz wäre in vielen Fällen eher zu Frustration geworden.

Die Diskussionen in der Community waren intensiv: Im WordPress-Forum, auf Make WordPress und in der gesamten Branche wurde deutlich, dass dieser Schritt verfrüht sei. Der Classic Block solle durch Überzeugung obsolet werden – nicht durch Zwang.

Die Kehrtwende am 7. Juli 2026

Am 7. Juli 2026 veröffentlichte das WordPress Core Team einen Beitrag auf make.wordpress.org, in dem die Entscheidung offiziell revidiert wurde: Der Classic Block bleibt für WordPress 7.1 im Inserter. Der zuvor eingeführte Filter wp_classic_block_supports_inserter wurde wieder aus dem 7.1-Branch entfernt. Das geplante Plugin „Enable Classic Block” wird nicht weiter entwickelt – es wird schlicht nicht mehr gebraucht.

Die Formulierung des Teams spricht für sich: Man nehme zur Kenntnis, dass ein erzwungenes Entfernen des Classic Blocks die Nutzererfahrung für viele verschlechtert, ohne dem eigentlichen Ziel – der vollständigen Blockadoption – wirklich näherzukommen. Der richtige Weg sei es, Erfahrungen zu schaffen, die Nutzerinnen und Nutzer aus eigener Motivation wählen, statt sie dazu zu zwingen.

Diese Entscheidung ist ein starkes Signal: WordPress 7.1 wird kein Schritt sein, der bestehende Workflows bricht. Stattdessen setzt das Projekt weiter auf Evolution statt Revolution.

Was WordPress 7.1 sonst mitbringt

Der Classic-Block-Diskurs darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass WordPress 7.1 zahlreiche echte Neuerungen bringt, die für Agenturen und Webentwicklerinnen und -entwickler spannend sind:

Interaktive Zustände ohne CSS: Wohl die meisterwartete Funktion: Endlich lassen sich :hover-, :focus- und :active-Zustände direkt aus dem Site Editor heraus gestalten – ohne eine einzige Zeile CSS schreiben zu müssen. Das ist ein großer Schritt in Richtung visuelles Webdesign für alle.

Drei neue Core-Blöcke: Mit WordPress 7.1 kommen Tabs, Playlist und Table of Contents als native Core-Blöcke. Besonders der Tabs-Block ist ausgereift und wird den Einsatz von Plugin-Lösungen für diese häufige UI-Anforderung überflüssig machen.

Client-seitige Medienverarbeitung: Bilder werden künftig bereits im Browser konvertiert und zugeschnitten, bevor sie auf den Server hochgeladen werden. Das reduziert Serverbelastung und beschleunigt den Upload-Prozess – ein klarer Gewinn für Websites mit viel Bildredaktion.

KI-Richtlinien (AI Guidelines): Das neue Guidelines-System erlaubt es, die Markenstimme einmalig zu definieren, sodass KI-gestützte Textgenerierung konsistent auf diese Vorgaben zurückgreifen kann. Statt bei jedem Prompt erneut den Tonfall zu erklären, wird er einmal hinterlegt – und bleibt verfügbar.

Globale Stile gezielter anwenden: Wer lokale Stiländerungen global übernehmen möchte, erhält nun eine Zwischenstufe: statt alles oder nichts zu übernehmen, öffnet sich ein Review-Schritt, in dem ausgewählt werden kann, welche geänderten Stile global gelten sollen.

Was das für Ihre WordPress-Website bedeutet

Für die meisten Betreiberinnen und Betreiber bestehender WordPress-Websites gilt: WordPress 7.1 ist ein Update, das sicher eingespielt werden kann. Die befürchtete Unterbrechung durch das Entfernen des Classic Blocks bleibt aus. Wer den Classic Block aktiv nutzt, kann das weiterhin tun.

Dennoch lohnt es sich, spätestens jetzt einen Blick darauf zu werfen, wie intensiv der Classic Block auf der eigenen Website noch eingesetzt wird. Websites, die vollständig auf native Blöcke migriert sind, profitieren langfristig von besserer Kompatibilität, einfacherer Wartung und einem schlankeren Editor-Erlebnis.

Der beste Zeitpunkt für eine solche Migration ist kein erzwungener Moment – sondern eine geplante, begleitete Umstellung, die nichts kaputtmacht und die Redaktion mitnimmt.

Fazit: Community matters

Die Rücknahme der Classic-Block-Entscheidung ist mehr als eine technische Korrektur – sie ist ein Beleg dafür, dass das WordPress-Ökosystem funktioniert. Open-Source lebt davon, dass Nutzerinnen, Nutzer, Agenturen und Entwicklerinnen und Entwickler ihre Perspektive einbringen. Und manchmal, wie in diesem Fall, ändert das tatsächlich den Kurs.

WordPress 7.1 erscheint am 19. August 2026 – pünktlich zum WordCamp US in Phoenix. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Website bereit für das Update ist oder Unterstützung bei der Migration zu nativen Blöcken benötigen, steht Ihnen die WordPress Agentur Frankfurt, Frankfurt Marketing Studio, gerne zur Seite.

Quellen

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